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Einleitung
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Grenzen

. Selbst wenn man in der Gegend, wo heute das Dorf und Rittergut Hartmannsdorf liegen, keine vorgeschichtlichen Funde gemacht hätte, dürfte man als selbstverständlich voraussetzen, dass hier schon in frühester Zeit Menschen gesiedelt haben.

Vom Westen her ergießt sich der Raudabach und weist in Verbindung mit dem von Eisenberg herabfließenden Malzbach dem Wanderer einen bequemen Weg von der Höhe herunter in das Elstertal.


Wo die so genannte Alte Straße, von der Seifartsdorfer Höhe herkommend. Das Raudental durchschreitet, endet auch die bekanntlich alte, von Etzdorfherabsteigende Weinstraße.Solche Wegeknoten gaben in alter Zeit einen bevorzugten Anlass, dass wenigstens eine Unterkunft entstand.
. In geschichtlicher Zeit müssen wir uns diese Gegend zunächst als von Slawen besiedelt vorstellen, wenn auch der Name Hartmannsdorf ebenso wie die nahe gelegenen Thiemen-, Seifarts-, Reichards-, Ahlen-, und Rüdersdorf  deutsch Ortsbenennungen sind, so haben wir es anderseits bei Röben, Trebnitz, Gleina, Kaaschwitz, Köstritz und Rubitz ( um nur die Dörfer auf dem linken Elsterufer zu nennen) mit slawischen Namen zu tun., die zur Genüge zeigen,dass hier Slawen gesiedelt haben.

Diese Liste könnte durch die Aufzählung der hier üblichen Flurnamen erheblich erweitert werden.
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Wann das Dorf Hartmannsdorf entstanden ist, wann eine wohl weit ältere Ansiedlung diesen Namen erhalten hat, wer der Hartmann gewesen ist, nach dem sie offenbar benannt worden ist – darüber belehrt uns keine Urkunde, besitzen wir nicht den leisesten Anhalt; wir müssen uns damit zufrieden geben, dass sich das Dorf als Straßendorf in dem Einschnitte gebildet hat, der vom Mühl-, Galgen-, Linden-, und Kiefernberge dortumgrenzt ist, wo die Rauda in das breitere Elstertal einmündet.
Das uns der Name wohl auch gelegentlich als „Hermsdorf“, „Hartersdorf“, „Hartensdorf“ in älteren Urkunden entgegen tritt, bereitet weit weniger Schwierigkeiten als der Umstand, dass es südlich von Köstritz und nur 6 km Luftlinie südlich von unserem Hartmannsdorf noch einen zweiten Ort gleichen Namens gibt und es nicht immer leicht ist, festzustellen, welches der beiden Dörfer jeweils gemeint ist. Diese Schwierigkeit wird dadurch noch wesentlich erhöht, dass es außer diesen beiden noch viele mehrere gleichnamige Orte in Thüringen-Sachsen gibt.
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Unser Ort Hartmannsdorf tritt uns zum ersten Male in der Urkunde vom 5. Juni 1452 entgegen, die nebenstehenden Wortlaut hat.

Das es sich bei diesem „Hartmannsdorf“ um unser Hartmannsdorf handelt und nur um dieses handeln kann, ergibt sich klar aus der Beifügung „in der Pflege zu Eisenberg“, denn damit ist dieses im Gegensatze zu jedwedem anderen gleichen Dorfe hinreichend gekennzeichnet.
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Es ergibt sich aber auch aus den späteren, auf unser Hartmannsdorf bezüglichen Urkunden, namentlich denen von 1510 und 1558, in denen sich nicht nur der Name richtig geschrieben, sondern auch der immer wiederkehrende Zusatz „die Gerichte in den Zäunen“ findet.
Kein Wort steht in der oben wiedergegebenen Urkunde davon, dass Kunz und Hans Merrettich das Gut so erhalten haben, wie es schon ein Vorbesitzer innegehabt hat. Diese Bemerkung kehrt in allen späteren Lehnurkunden wieder, fehlt aber in dieser von 1452, so dass wir zu der Annahme berechtigt sind, dass Hartmannsdorf erst damals zu einem Mannlehngut erklärt worden ist.
Quelle der Einleitung, Fotos und Dokumente:
„Geschichte des Rittergutes Hartmannsdorf an der Rauda“ von Dr. Herbert Koch, Jena / Druck Eisenberg 1938
Die Einleitung wurde von mir, um das Lesen für alle zu erleichtern, originalgetreu aus dem altdeutschen übersetzt.
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Chronik
1452
Erste urkundliche Erwähnung von Hartmannsdorf als Wilhelm Herzog zu Sachsen Hans und Kunz Merrettich das Rittergut in Lehen gab.
1530
der Müller (Pachtmüller) erhält einen Scheffel Korn, weil er 2 Wölfe erlegt hat
1533
im Ort leben 4 angesessene Mann, kirchlich zu Etzdorf gehörend
1558
die Mühle wurde samt Bach, Mühlgraben und Lachenrechte dem Rittergut verliehen
1588 Rudolf von Bünau erwarb das Rittergut Hartmannsdorf
1598 Georg von Schauroth ist neuer Herr im Rittergut Hartmannsdorf
1596 Die Brücke unterhalb des Dorfes wurde mit Beschotterung erneuert und für 20 Groschen wurde Holz zum ausbessern der selben geliefert.
In den Jahren 1609 bis 1618 wurde mehrmals mit hohen Aufwand an der Brücke gebessert.

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1597 Die Grenze zu den benachbarten  Fürsten- und Herzogtümern wurde neu vermessen und festgelegt.
Siehe nebenstehnde Skitze.
Skizze zur Grenzvermessung um 1597
Skizze zur Grenzvermessung um 1597
1598 ein starkes Erdbeben erschütterte Hartmannsdorf
1610 die "böse Seuche" wurde engeschleppt und grasierte in der Gemeinde
1613 Thüringer Sintflut und Heuschreckenplage
1618 der 30 jährige Krieg begann
1622 eine starke Hungersnot brach in unserer Gemeinde aus
1622 die Schalachsmühle wurde geplündert
1633 Schwedische und Kaiserliche Truppen zogen in hoher Anzahl durch unseren Ort. Dabei wurde mehrfach geplündert.
1637 Der hiesige Bauer Hans Friedrich wurde vom Amt Eisenberg mit 1½ Gulden bestraft, weil er Hans Müllers Witwe mit einem Stein am Kopf blutig geworfen hatte.
1652 Belehnung Georg von Wolframsdorfs mit dem Rittergut
1655 ein schöner Gasthof wurde erbaut, welcher im selben Jahr Schankrecht erhält
1658 Die Hartmannsdorfer Gemeinde zahlte 12 Groschen und das Rittergut 1½ Tahler für die Instandsetzung des Raudaer Kirchendaches.
1663 Es wurde verkündet, dass an der Schenke am Lindenberge bis zu sechs Pfennige Brücken- und Wegezoll verlangt werden darf.
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1673 Das hiesige Rittergut, dessen Gebäude von einem Wassergraben umgeben ist hat das Recht einer Wegegeldeinnahme, weil die Straße durch die Flur des selben führte.
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1683 Hartmannsdorf wurde das Erb- und Niedergericht in Dorf und Flur verliehen, so das über Holz- und andere kleine Diebstähle im Ort befunden werden konnte.
. Getreidepreise von 1610 bis 1702
Getreidepreise von 1610 bis 1702
1683 Heinrich von Friesen, seit 1667 Herr auf Kauern, erwirbt das Rittergut. Das Friesensche Geschlecht ist hoch verschuldet. Das Rittergut wird versteigert.
1694 Andreas Herling wurde zusammen mit seinem Sohn, da er den Rittergutsverwalter einen Schelm und Galgenvogel genannt hatte, zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt. Weitere Rechtssprechung des Gerichtes Hartmannsdorf finden Sie nebenstehend.
1695 Der Lehnbrief wird auf den neuen Besitzer Georg Heinrich von Boyneburgk ausgestellt.
1705 Der Ort war auf 7 Häuser angewachsen und entwickelte sich als Straßendorf am Wegeknoten und deren Grenzen zwischen dem Königreich Preußen, dem Fürstentum Reuß und dem Westkreis des Herzogtums Sachsen – Altenburg. (Dreiherrenstein –letztes Haus Geraer Straße)

1717 Das Rittergut wurde an Johann Friedrich Freiherr Bachoff von Echt für 18700 Gulden verkauft.
Daraus ergab sich inerhalb eines halben Jahunderts eine Steigerung des Kaufpreises für das Gut um das dreifache.

Vorbesitzer waren Merrettich, Bünau, Schauroth, Wolframsdorf, Frieden, und Ronneburg.

1667 ->  6000 Gulden
1683 ->  8200 Gulden
1694 ->  7500 Gulden
1717 -> 18700 Gulden
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1723 Das Herrenhaus brannte ab, wobei wichtige Urkunden gleich mit vernichtet wurden. Das heute noch bestehende Schlösschen wurde erbaut.
Johanna und Freiherr von Echt um 1700
Johanna und Freiherr von Echt um 1700
1758 Kaiserliche-, Präusische- und Reichstruppen wurden im April folge des 7 jährigen Krieges im Dorf einquartiert. Im September lagerten die östereichischein Hussaren bei Hartmannsdorf.
1806 Napoleon I. Bonapartes Truppen marschierten durch unseren Ort und plünderten für nachweislich 524 Taler und 8 Groschen.
1813 Napoleons Truppen und das Lichtensteiner Korps quartierten sich für mehrere Wochen im Ort ein und die Auswirkungen der Leipziger Schlacht waren auch in Hartmannsdorf zu spüren.
1816 Es wurde sich über den Zustand der Straßen beschwert, da diese nicht mehr befahrbar waren.
1820 Die Hartmannsdorfer organisierten sich eine eigene Schule, da bis zu diesem Zeitpunkt die Schule in Etzdorf benutzt werden musste und ein Weg dorthin, vor allem in den Wintermonaten, sehr beschwerlich war.
1823 Hartmannsdorf besitzt nun 20 Häuser mit 132 Einwohnern
1826 Herzog Friedrich zog bei seinem Einzug in sein neues Land  durch Hartmannsdorf. Man hatte ihm zu Ehren eine Ehrenpforte errichtet.
1831 Am Holzberge nahe der Chaussee nach Caaschwitz wurde ein Schuhmacher namens Dietsch an einem Baume erhenkt gefunden
1833 Doska Auguste Freiin Bachoff von Echt verheiratete sich mit Karl von Einsiedel auf Scharrfenstein. 
1836 Neubau eines Dorfgasthof, zum Rittergut gehören eine Malz,- Schneide und Lohmühle, eine Ziegelei, eine Schäferei ,ein Brauhaus, eine Schmiede.
1840 Wegen Erweiterung der durch Ort laufenden Chaussee, zur Poststrasse, wurden 4 Häuser abgebrochen und wieder aufgebaut.
1840 Gründung der Ziegelei mit Bau eines Einkammerofens (davor Ziegelhütte auf dem Rittergut)
1841 Hartmannsdorf besitzt nun 28 Häuser mit 158 Einwohnern in 31 Familien.
1850 Der Frondienst wurde aufgehoben.
1859 Die Eisenbahn durchfuhr zum ersten Mal das Elstertal.
1861 Die große Heerstraße wurde grundhaft ausgebaut.
1876 Von den Gemeinden Hartmannsdorf und Rauda wurde eine neue Schule in Rauda gebaut. Fortan besuchten die Kinder diese Schule.
1877 Die Geschwister Helene, Curt  und Haubold von Einsiedel verkauften ihre Anteile am Rittergut an ihre Schwester Berta von Schütz geb. Einsiedel. Diese verpachtete das Gut, da ihr Mann 1870 im deutsch-französischen Krieg gefallen war.
1880 Die Eisenbahnlinie Crossen- Hartmannsdorf- Eisenberg wurde am 01.04.1880 eröffnet.
Die Eisenbahn durchfuhr das Rauda - Tal von Crossen nach Eisenberg. Die Strecke legte die Eisenbahngesellschaft Pleßner AG  mitten durch das Dorf, unter Benutzung der Landstraße. Die Haltestelle lag unmittelbar am großen Eingangstor des Rittergutes.
1886 In der Eisenberger Straße (heutige B7) wurde die Mühle erbaut, welche auch heute noch steht.
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1926 Rittmeister Rudolf Zersch kaufte das Rittergut, zu dessen Besitz auch die Mühle gehörte.

1936

Rittmeister Rudolf Zersch schenkte dem Ort den Glockenturm
. Rittergut um 1938 Glockenturm um 1938
Rittergut um 1938 Glockenturm um 1938
1936 Grundsteinlegung zum Bau des Glockenturmes am 18.08. / Einweihung des Glockenturmes zum Reichserntedankfest
1980 Der erste Spatenstich für einen von fünf Plattenbauten wurde vollzogen.
1995 Das Rittergut zusammen mit dem Park wechselte in den Privatbesitz einer Baufirma. Das Herrenhaus wird privat genutzt, aus den Seitengebäuden sind Sozialwohnungen entstanden.
1996 Das 60 jährige Bestehen des Glockenturmes wurde gefeiert
1999 Die Eisenbahnlinie Crossen-Hartmannsdorf-Eisenberg wird stillgelegt
2006 Neubau der Brücke über die Rauda in der Eisenberger Straße
2007 Hochwasser in Hartmannsdorf, die Rauda tritt über die Ufer. Fotos vom Hochwasser
2008 Eröffnung des neuen Hartmannsdorfer Kreisverkehrs am 26.04.2008 Fotos von der Eröffnungsfeier
2008 Blitzeinschlag und Hausbrand in der Eisenberger Straße am 03.06.2008 Fotos, Zeitungsartikel und Videos vom Brand
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Jeder Hinweis zur Erweiterung wird gern angenommen.
Herzlichen Dank an dieser Stelle für das zur Verfügung gestellte Material an Ralf Zersch,  Adelheid Puschendorf und Thoralf Puschendorf.
Diese Ausarbeitung erfolgte durch Markus Linnemann.
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